Select Section WEEKLY Parasha Parshat Reeh Language : russian, german, SHIURIM & COMMENTARIES

 

 

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Rabbi Yona Levin

Rabbi Yona Levin

Недельная глава Торы РЭЭЙ – 5750

17.08.2014
Месяц Элул – “я моему возлюбленному, и мой возлюбленный ко мне”, единство Всевышнего с человеком, начинающееся с нашей стороны, нашими силами. Связь с главой Рээй – абсолют единства, достигаемое “видением”. Связь с главой Шофтим. Практические указания.
Слова Медраша: нечего бояться, ибо наступило время Освобождения.
ספר השיחות ה’תש”נ פ’ ראה
http://www.chabadkensington.com

Рав Даниэль Булочник. Недельная глава Торы “Рэе” часть1

19.08.2014

Рав Даниэль Булочник. Недельная глава Торы “Рэе” часть2

19.08.2014

Недельная глава Торы «Рээ»





Махон-Меир (Книга Берешит)

Махон-Меир (Книга Шмот)

Недельная глава Ваикра

Махон-Меир (Книга Бемидбар)

Махон-Меир (Книга Бемидбар)

Махон-Меир (Книга Дварим)

 

Недельная глава

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Недельная глава с Ашером Альтшулем. Глава…

12.03.2014

Ашер Альтшуль беседует о недельной главе Торы в cвете сегоднешней риальности.

http://www.orazion.org

Глава ….

29.03.2012 Rav Moshe Chaim Levin

http://www.chabadkensington.com

בית חבד לדוברי רוסית בארהק

Недельная глава 

Rav Moshe Chaim Levin

25.12.2012г. Недельная глава Торы

11.02.2013

Занятие по недельной главе Торы проходит в нашей общине регулярно. В сезоне 2012-2013 – по вторникам, 19:40 – 21:00.

Раввин общины, Йосеф Херсонский разработал формат этого занятия:

– Мини-урок (15-20 минут) помощника раввина

– Часовое занятие раввина, в котором участникам предлагается выбрать наиболее интересующие их темы из сюжета недельной главы. В начале занятия раввин делает общий обзор главы и предлагает участникам список тем, упомянутых в главе + пояснения, каким образом эта тема актуальна сегодня. Каждый участник озвучивает 3 наиболее интересующие его темы. Рейтинг интересующих тем формирует программу занятия.

Данное занятие провел полностью помощник раввина ввиду того, что раввин был в отъезде.

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КОЛЛЕЛЬ ПРИ ИЦХАК

Официальный сайт программы “Лимуд” под руководством рава Мойше Шапиро и рава Звулуна Шварцмана

The official website of the “Limmud” under the leadership of Rabbi Moshe Shapiro and Rav Schwartzman Zebulun

Недельная глава  Rabbi Sergei Kruglyanitsa

Недельная глава Rabbi Svirsky

Недельная глава Rav Chaims Haulov

Недельная глава Торы

 

nerhashem channel

Parshat  Language : german


Die jüdischen Gemeinde in Lemberg u.a. – 08.08.2014

Im ukrainischen Lemberg lebten vor dem Krieg über 150 000 Juden. Heute sind es nur noch 8 000. Pauline Tillmann hat die jüdischen Gemeinde in Lemberg besucht.

Antisemitismus in Berlin – 01.08.2014

Demonstrationen in München. Manifestationen in Berlin. Kundgebungen überall. Schade, dass Sympathie-Bekundungen für die leidenden Menschen in Gaza instrumentalisiert werden, um seinem Hass freien Lauf zu lassen. Igal Avidan über seine Beobachtungen in Berlin.
Sowie Parascha von Rabbiner Joel Berger.

Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg – 25.07.2014

Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg. Morgen vor 100 Jahren das Attentat von Sarajevo. Ein Beitrag von Rocco Thiede. Sowie Parascha “Masse” von Rabbiner Joel Berger.

Judenfeindschaft in Deutschland – 18.07.2014

24j-latest-klMonika Schwarz-Friesel, Professorin für Linguistik an der TU in Berlin, hat festgestellt, dass sich Antisemitismus bei Gebildeten durch die Sprache entlarvt. Daniela Remus hat mit ihr und anderen Wissenschaftlern über Judenfeindlichkeit im heutigen Deutschland gesprochen. Sowie Parascha von Rabbiner Joel Berger.>Judenfeindschaft in Deutschland – 18.07.2014

Ausstellung über Synagogenarchitektur in Schwaben – 11.07.2014

In der frisch revovierten Synagoge in Augsburg-Kriegshaber findet eine Ausstellung über Synagogenarchitektur in Schwaben statt. Annemarie Ruf hat sie besucht. Sowie Parascha “Pinchas” von Rabbiner Joel Berger.

“Ohel-Jakob” – Medaille – 04.07.2014

“Ohel-Jakob” – Medaille für Hans-Jochen Vogel. Ein Beitrag von Isabelle Hartmann, sowie Parascha – Balak von Joel Berger

Vier “Gerechte unter den Völkern” aus Oberbayern – 27.06.2014

Shlomo Raskin öffnet für euch ein Fenster zu den chassidischen, spirituelle Gedanken der Geheim-Lehre der Thora, nach der Lehre vom Lubawitchen Rebbe.

Die Kabbala-Lern Abende sind für die alle offen die Änderung und sinfolles Leben wollen!

Für weitere Informationen besuchen sie unsere Website: http://www.kabbala-frankfurt.com

Rabbanim Shiurim

Rav Joseph Pardes

Parachat PARSCHAT PARSCHAT REE 5774 Rav David Landau

Raw Frand zu Parschat Re’eh 5773

Zuerst das Positive

“Doch diese dürft ihr nicht essen, von den Wiederkäuern und denen mit gespaltenen Hufen (Klauen): Das Kamel, das Kaninchen und den Hasen, denn wiederkäuend sind sie, aber nicht hufgespalten, unrein sind sie euch. Und das Schwein, denn hufgespalten ist es, aber nicht wiederkäuend, unrein ist es euch, von ihrem Fleische dürft ihr nicht essen und ihr Aas nicht berühren.”
[14:7-8]

Die Auflistung koscherer und unkoscherer Tiere in der Torah, die auf den ersten Blick etwas technisch erscheint, enthält viele Lehren jenseits der bloßen Details, was wir essen dürfen und was nicht.

Raw Noach Weinberg, Rosch Jeschiwa (Oberhaupt der Talmudschule) von Aish HaTorah, der in direkter Weise daran mitgewirkt hat, zehntausende Juden zu ihren spirituellen Wurzeln zurückzubringen, pflegte auf der Basis einer Gemara (Abschnitt des Talmuds) im Traktat Chullin [60b] darauf hinzuweisen, dass hier ein Beweis für einen allwissenden Schöpfer als Autor der Torah vorliege! Die Auflistung der Tiere, die wiederkäuend, aber nicht hufgespalten sind – und umgekehrt – könne nur von einem allwissenden Schöpfer erstellt worden sein. Würde denn ein Mensch seine Glaubwürdigkeit (vor über 3300 Jahren!) mit einer solchen Weissagung aufs Spiel setzen, dass zu keiner Zeit auch nur ein einziges, unkoscheres Tier – in dieser Art – auf der Welt gefunden werde, das nicht in dieser Liste enthalten ist?

Und tatsächlich: Auch mehr als dreitausend Jahre, nachdem die Torah gegeben wurde – und nach allen Recherchen nach unbekannten Tierarten seitens der Wissenschaft, wurde kein einziges solches Tier gefunden!

Abgesehen von einer Stärkung unseres Glaubens, beinhalten diese Verse aber auch eine Lehre, wie wir unsere Mitmenschen betrachten sollen.

Die Absicht dieser Verse, alle Tiere aufzulisten, die nur eines der zwei erforderlichen Kaschrut-Merkmale aufweisen, besteht natürlich darin, uns aufzuzeigen, dass sie nicht koscher sind. Würde es dann nicht sinnvoller erscheinen, diejenigen Merkmale zuerst (oder ausschliesslich) aufzulisten, die sie unkoscher machen? Die Torah hingegen hebt hervor, dass das Kamel, der Hase und das Kaninchen wiederkäuend sind, jedoch nicht hufgespalten – und das Schwein hufgespalten, aber nicht wiederkäuend.

Warum erwähnt die Torah die koscheren Merkmale zuerst, wenn die nicht vorhandenen Merkmale die einzigen sind, die wir wirklich benötigen, um diese Tiere als unkoscher abzutun?

Ein Midrasch erklärt, die Torah wolle uns beibringen, dass selbst wenn etwas nicht koscher ist, wir einen Weg finden sollten, zuerst etwas Lobenswertes darüber zu sagen. Sogar etwas so trejfenes (unkoscheres) wie Chasir (Schwein) verdient es, dass seine positive Eigenschaft hervorgehoben wird.

Wenn die Torah auf solche Weise mit unkoscheren Tieren verfährt, um wieviel mehr sollten wir darauf bedacht sein, uns dieses Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen anzueignen?

Vorgesetzte, Angestellte, Kinder, Schüler, Kollegen und Nachbarn werden unweigerlich einige negative Eigenschaften haben. Von Zeit zu Zeit mag es auch unsere Aufgabe sein, ihnen eine negative Botschaft zu übermitteln.

Dieser Midrasch lehrt uns, dass selbst wenn wir eine negative Mitteilung kommunizieren müssen – also ihnen zu sagen, dass sie auf irgend eine Weise “unkoscher” sind, wir immer einen Weg finden sollten, ihre positiven Merkmale bzw. Eigenschaften zuerst zu betonen.

 

Rav Frand, Copyright © 2013 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum und auf learn@torah.org, sowie www.torah.org.

Raw Ciner zu Parschat Re’eh 5772

„Ihr seid Kinder von Haschem“ – dies erklärt alles, warum?

Die Parscha dieser Woche, Re‘eh, zeigt uns auf klare Weise die Einstellung, die wir aus Sicht der Torah gegenüber dem Tod haben sollten. “Banim atem laHaschem Elokechem, lo titgodedu …. leMet” (“Ihr seid Kinder von Haschem, eurem G‘tt, ihr sollt euch um eines Toten willen keine Einschnitte und zwischen (über) euren Augen keine Glatze machen.”) [14:1]. Bei den Völkern war es Sitte, sich Kratzer und Einschnitte zu machen, um der Trauer und den Gefühlen einem lieben Dahingeschiedenen gegenüber Ausdruck zu verleihen. Uns ist verboten, auf diese Weise zu handeln. Warum? Weil wir Kinder G‘ttes sind.

Was ist der Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass wir Kinder G‘ttes sind und dem Verbot, sich wegen dem Tod eines lieben Menschen Einschnitte zu machen?

Von all den Erklärungen der verschiedenen Kommentatoren dünkt mich diejenige des Or HaChajim und des Chiskuni die treffendste.

Der Or Hachajim erwähnt die Lehre der Torah, dass der Tod ein Verlust für die Überlebenden ist – nicht jedoch für den Verstorbenen. Man kann dies mit jemandem vergleichen, der seinen Sohn in ein fernes Land schickte, um dort ein Geschäft zu eröffnen. Der Sohn liess sich dort nieder und baute mit der Zeit freundschaftliche Beziehungen zu zahlreichen netten Leuten auf. Nach vielen Jahren befahl der Vater dem Sohn heimzukehren und der Sohn kam seinem Wunsche nach.

Der Sohn ist nicht verloren. Diejenigen, die ihn kennen und lieben gelernt hatten, haben nicht mehr die Möglichkeit, ihn zu sehen und an ihrer Beziehung weiterzubauen – aber der Sohn ist nicht verloren. Im Gegenteil: Der Sohn kehrte zu seinem Vater zurück. Der Gedanke, dass diese Freunde sich darum Einschnitte zufügen, ist widersinnig. Traurigkeit und eine melancholische Stimmung wegen der Trennung sind verständlich. Sich Einschnitte zuzufügen ist jedoch vollständig fehl am Platz!

“Banim atem laHaschem Elokejchem” (Kinder seid ihr von Haschem, eurem G‘tt). Beim “Tod” kehrt der Mensch ganz einfach zu seinem Vater zurück. Der Besuch des Menschen auf dieser vergänglichen Welt kommt zu seinem Ende. Der Zeitpunkt für die Rückreise ist gekommen – es geht nach Hause. Deshalb: ” lo titgodedu …. leMet “.

Dieses Konzept kann man anhand einer beeindruckenden Geschichte erläutern, die Rav Jom Tov Ehrlich –  gestützt auf die Schriften von Rabbi Chajim Vital, dem Hauptschüler des grossen Kabbalisten Ari’sal, erzählte:

Josef, frisch verheiratet, begleitet seinen jüngsten Bruder David von Schul (Synagoge) nach Hause, um seiner Mutter „Gut Schabbes“ zu wünschen. Im Haus war alles für Schabbat bereit, der Tisch gedeckt und die Kerzen leuchteten hell. Der leere Stuhl am oberen Ende des Tisches störte jedoch die Harmonie. Der Vater war vor zwei Jahren gestorben und die Mutter hatte seither keine Ruhe gefunden. Das Lächeln, das sie sich aufzwang, konnte nicht verbergen, wie die Mutter ihre Tränen niederkämpfte, als sie ihren Söhnen „Gut Schabbes“ wünschte.

“Mami”, sagte Josef sanft, “es ist Schabbat, wir dürfen nicht traurig sein.”

“Euer Vater starb vor genau zwei Jahren. Wieso soll ich nicht weinen?” entgegnete sie.

“Das mag wohl diesen Schabbat erklären, aber nicht den vor einer Woche und auch nicht den vor zwei Wochen. Vater ist jetzt im Gan Eden (Garten Eden) und deine Tränen bedrücken ihn. Damit gibst du Haschem auch zu verstehen, dass du Sein Urteil nicht annimmst. Mami, vergib mir, dass ich so spreche”, entschuldigte sich Josef.

“Du hast recht, jeder will, dass ich wieder glücklich bin – ich versuche mein Bestes”, versprach sie.

Josef verabschiedete sich und ging nach Hause und David machte den Kiddusch über den Wein. Es schien, als ob Ruhe und Zufriedenheit die Se‘uda (das Festmahl) umhüllten. Die Mutter fühlte in sich eine Ruhe, wie sie seit dem Tod ihres Ehemannes noch nie gefühlt hatte, als sie sich zum Schlafen legte. Sie dachte sich, dass sie nicht alleine sei. Andere hatten dies auch durchgemacht und überstanden es und dazu war auch sie imstande.

Beim Einschlafen träumte sie, dass Menschen in eine Richtung rannten und sie begann mit ihnen mitzulaufen. Sie rannten durch einen dunklen Wald und dieser endete plötzlich mit einem hellen Lichtstrahl. Die Sonne schien klar auf einen glitzernden Fluss, der sich durch einen Garten mit wunderschönen Blumen schlängelte. Auf einmal erschien ein weissbärtiger Jude, der mit einer weissen Robe bekleidet war und fragte sie freundlich, ob sie gerne ihren Ehemann sehen wolle. Klopfenden Herzens folgte sie ihm zu einem Baum voll schöner, reifer Früchte, der eine weitläufige Lichtung, die mit einem goldenen Zaun umgeben war, überschaute. Juden in farbenfrohen Kleidern sassen in Reihen und lernten Torah von einem jungen Mann.

Die Lektion ging zu Ende und sie sah den Lehrer auf sich zukommen. Als sie erkannte, dass es sich um ihren Ehemann handelte, fiel sie beinahe in Ohnmacht und lehnte sich an den Baum. Als sie sich wieder gefangen hat, schrie sie heraus: “Wieso hast du mich so jung verlassen?”

“Versteh‘ doch bitte, dass die Welt, in der du lebst, eine Welt der Verbannung ist”, erklärte er frohgemut. “Man schickt Menschen dorthin, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen oder um frühere Verfehlungen wiedergutzumachen. Die wahre Welt ist hier. Ich war ein Torahgelehrter, in meinem früheren Leben auf der Welt. Mein einziger Fehler war, dass ich nicht heiraten und Kinder auf die Welt bringen wollte, weil dies meine Studien in Mitleidenschaft gezogen hätte.

“Als ich die Welt verlassen hatte, begann ich in hohe und immer höhere Sphären aufzusteigen. Weil ich jedoch nie geheiratet und Kinder gehabt hatte, konnte ich von einem bestimmten Punkt an nicht mehr weitersteigen. Daher wurde ich in die irdische Welt zurückgeschickt um zu heiraten und Kinder zu haben. Ich heiratete dich und nach der Geburt unseres siebten Kindes wurde ich in den Garten Eden zurückgerufen. Du hast einen grossen Verdienst, dass du mich zum Manne nahmst. Wenn die Zeit gekommen ist, werden wir in dieser Welt zusammenleben und sie miteinander geniessen.”

“Wieso hat unser Josef keinen Erfolg im Geschäftsleben?” fragte sie weiter.

“Du erinnerst dich sicher noch an den Streitfall, den Josef mit einem anderen Juden hatte”, antwortete ihr Ehemann. Nach dem Buchstaben des Gesetzes hatte er zwar recht, hat aber trotzdem Schuld auf sich geladen, weil er dem anderen grosse Pein verursacht hatte. Ihm drohte eine strenge Strafe, aber ich betete für ihn und so bekam er nur vier schwierige Jahre. Noch etwas mehr als ein Jahr und diese Zeit wird vorbei sein, dann wird es ihm wohl ergehen.”

“Und was ist mit unserem David? Kein Schidduch (möglicher Ehepartner) lässt sich blicken und mir fehlt das Geld für die Hochzeit.”

Er lächelte und antwortete: “Davids Ehefrau ist etwas spät dran – sie ist erst dreizehn Jahre alt. In fünf Jahren werden sie in deine Stadt ziehen, sie wird sich mit David verloben und sie werden die ganzen Hochzeitskosten bezahlen.”

Mit gequälter Stimme fragte sie: “Und wieso wurde unser dreijähriger Sohn von einem Betrunkenen getötet?”

„Folge mir“, entgegnete ihr Gatte mit einem Lächeln. Sie wanderten zu einem lichtdurchfluteten Garten. Farbenfrohe Lichtstrahlen schienen von oben und wunderschöne Vögel hüpften von Ast zu Ast und sangen das Lob G‘ttes. Plötzlich sah sie hüpfende Feuerkreise, die sich neben ihr säulengleich aufstellten, gefolgt von kleinen Engeln. Sie spürte, wie ihre Seele wegzugleiten drohte und ihr Ehemann hielt rasch eine Blume unter ihre Nase, um sie wiederzubeleben. Ein Baldachin aus glitzernden Steinen erschien vor ihr und unter dem Baldachin stand eine kleine Engelsgestalt, in der sie ihren Sohn wiedererkannte.

“Wieso hast du mich so jung verlassen?” fragte sie.

“Alles geschieht gemäss G‘ttes Plan”, antwortete er. “ich war schon früher auf der irdischen Welt und dazumal töteten Nichtjuden, während einer ihrer wilden Angriffe gegen unsere Stadt, meine ganze Familie. Nur ich überlebte als sechsmonatiges Kleinkind. Eine hilfsbereite Nichtjüdin nahm mich in ihr Haus und zog mich auf, bis ich von Juden befreit wurde. Sie lehrten mich Torah bis ich ein grosser Gelehrter geworden war. Als ich die Welt verliess, wurde ich hier mit grosser Freude aufgenommen. Ich kam jedoch zu einem Punkt, wo ich nicht mehr höher steigen konnte, weil ich von einer Nichtjüdin aufgezogen worden war. Es wurde beschlossen, dass ich nochmals einer jüdischen Mutter geboren würde und meine frühen Jahre in Reinheit leben solle. Nach drei Jahren gab es keinen Grund mehr, dass ich in dieser niedrigen Welt bleiben sollte und deshalb holte man mich zurück. Du hast einen grossen Verdienst, dass du mir geholfen hast, diese höhere Stufe zu erreichen.” Das Kind lachte leise und entschwand ihrem Blickfeld.

Ihr Ehemann fuhr fort: “Du kannst jetzt sehen, dass es für alle deine Fragen eine Antwort gibt. Haschem tut nichts Schlechtes.” Er begleitete sie zum Baum, bei dem sie sich getroffen hatten, zurück. “Alles ist hier sehr gut, aber ich kann deine Pein nicht mitansehen. Du würdest mir einen grossen Gefallen machen, wenn du zufrieden sein könntest. Es wurde für dich ein Schidduch (Ehepartner) vorgeschlagen. Bitte nimm ihn an.”

Mit diesen Worten entschwand er und der alte bärtige Mann führte sie durch den Wald zurück.

Als sie erwachte, war sie ein anderer Mensch. Bald verheiratete sie sich wieder und lebte ein zufriedenes Leben.

“Banim atem laHaschem Elokejchem” – wir sind seine Kinder.
Gut Schabbes!

Quellen und Persönlichkeiten:

  • Or HaChajim (1696 – 1743): Name des Hauptwerks von Rabbi Chajim ben Mosche ben Atar, Torahkommentator; Marokko, Italien, Israel.
  • Chiskuni (Mitte 13. Jahrhundert): Rabbi Chiskijahu ben Manoach, Torahkommentator; Frankreich.
  • Rabbi Chajim Vital (1543 – 1620): Kabbalist und Hauptschüler des Ari’sal; Safed, Israel.
  • Ari’sal (1534 – 1572): Rabbi Jizchak Luria Aschkenasy, Kabbalist; Jerusalem; Ägypten; Safed, Israel.
  • Rav Israel Ciner ist Maggid Schiur (Dozent) an der Jeschiwa Ner Zion in Telsche Stone bei Jerusalem.

Raw Wein zu Parschat Re’eh 5771

Eine g’ttliche Minderheit

Ergänzt von S. Weinmann

„Wenn der Ewige, dein G“tt, die Völker vor dir her ausrottet, dass du hinkommst, ihr Land einzunehmen, und es eingenommen hast und darin wohnst,  so hüte dich, dass du nicht in den Strick fallest ihnen nach, nachdem sie vertilgt sind vor dir, und nicht fragst nach ihren Göttern und sprichst: Wie diese Völker haben ihren Göttern gedient, also will ich auch tun. Du sollst nicht also dem Ewigen, deinem G“tt, tun…“ (Dewarim 12, 29-31)

„Ihr seid Kinder des Ewigen, eures G“ttes; ihr sollt euch um eines Toten willen keine Einschnitte und über euren Augen keine Glatze machen. Denn ein heiliges Volk bist du dem Ewigen, deinem G“tt; und dich hat der Ewige aus allen Völkern auf Erden erwählt, dass du sein Eigentum seiest. Du sollst keine Gräuel essen…“ (Dewarim 14, 1-3)

In unserm Wochenabschnitt Re‘eh stellt uns die Tora die ultimative Herausforderung jeder Minderheit vor, die in einer Gesellschaft lebt, wo die Kultur, Sitten und Lebensweise der Mehrheit sich radikal von denen der Minderheit unterscheiden. Die menschliche Natur verabscheut Aussenseiter, alle die offensichtlich anders sind. Und deshalb liegt in jedem von uns tief drinnen ein Trieb, sich anzupassen, dazuzugehören, Teil des Ganzen zu werden und nicht isoliert und fremd zu bleiben.

Die Tora fasst es kurz und bündig zusammen, “Wie kommt es, dass die meisten Völker der Welt heidnische Götter anbeten?” „Sind alle falsch und nur ich bin richtig? Können sich siebzig Völker irren, liegen Milliarden von Menschen falsch?“ Und deshalb: “Ich will auch so tun. Ich geselle mich zu der Menge und verneige mich vor Göttern aus Holz und Stein, die von Menschen selbst gefertigt wurden.“

Trotz der Absurdität dieser Logik, widerspiegelt sie die menschliche Natur. Im Traktat Sanhedrin 102b lehrt uns der Talmud, dass Rav Aschi, ein

grosser Gelehrter, einmal Menasche, den König von Juda und Sohn des frommen Königs

Chiskijahu in einem Traum sah. Menasche führte zu Beginn seiner 55-jährigen Regentschaft als König, das Heidentum als Staatsreligion von Juda ein (Könige II, 21,1-9).

Später bereute er seine Tat, doch der Schaden war schon angerichtet. Der Gelehrte fragte Menasche, wie er auch nur einen Moment lang, ernsthaft an Heidentum glauben konnte. Menasche antwortete ihm:“ Hättest du in meiner Zeit und meinem sozialen Umfeld gelebt, so hättest du den Saum deines Gewandes aufgehoben (um schneller rennen zu können), und wärst mir nachgerannt um dem Götzen zu dienen!” Menasche und seine Gesellschaft wurden von der Kultur der Mehrheit beeinflusst, entgegen aller realistischen Beweise und dem g’ttlichen Gebot.

Jüdische Geschichte, besonders in den letzten drei Jahrhunderten, ist mit den Trümmern der Kulturen der Mehrheit übersät, die bankrott gegangen sind und sich als katastrophal erwiesen haben. Von den “Deutschen jüdischen Glaubens”, bis zu den Marxisten ersten Ordnung, zog es katastrophale Folgen nach sich, wenn Juden den Kulturen der Mehrheit folgten.

Die heutige Kultur der Mehrheit toleriert nicht nur, sondern fördert unsittlichen Hedonismus, das Streben nach Reichtum und Gewinn um jeden Preis, falschen Universalismus und verzerrte Vorstellungen von intellektuellen und akademischen Rechten, und führt langsam aber sicher zu einer Katastrophe für viele ahnungslose Juden. Ein Teil des Problems liegt in der Tatsache, dass die meisten Juden, ahnungslos und unwissend jeglicher jüdischen Geschichte oder Tradition, die Falle einfach nicht erkennen können, in die sie laufen.

Sie “nehmen den Saum ihrer Gewänder in die Hand” um schneller zu laufen, um die momentanen Götter der Mehrheitskultur zu verehren. Ihre Haltung stellt das Überleben des jüdischen Volkes in Gefahr. Und doch, darf niemand gegen diese aktuellen Mehrheitsnormen sprechen, damit man nicht als Quertreiber und altmodisch gebrandmarkt wird.

In dieser Parscha, sollte die Warnung der Tora, nicht den Kulturen der Mehrheit blind zu folgen, sicherlich in unserer aktuellen “jüdisch demokratischen” Welt widerhallen. Wir sollten darauf achten, mit Bedacht zu wählen, auf unsere Tradition und Geschichte zu hören und uns damit begnügen, eine g‘ttliche Minderheit zu sein, unerschütterlich in unseren Prinzipien, Idealen und jüdischer Lebensweise.

Schabbat Schalom,

Rabbi Berel Wein

Rav Frand, Copyright © 2011 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum und auf learn@torah.org, sowie www.torah.org.

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