Select Section WEEKLY Parasha Parshat Ki-Teitzei Language : russian, german, SHIURIM & COMMENTARIES

 

 

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Rabbi Yona Levin

Rabbi Yona Levin

Rabbi Yona Levin

Rav Dov Bigun

Недельная глава Торы КИ ТЕЦЕ – 5750

24.08.2014
05.09.2014
“Когда ты выйдешь на войну…”. Завоевание всего мира, чтобы превратить его в жилище для Всевышнего. И хотя это связано с опасностью – евреи, единые с Творцом, обладают особыми силами.
Практические уроки, связанные с месяцем Элул.
ספר השיחות ה’תש”נ פ’ תצא
http://www.chabadkensington.com

Недельная глава Торы КИ ТЕЦЕ – 5751

Недельная глава Торы КИ ТЕЦЕ – 5748

Недельная глава Торы КИ ТЕЦЕ – 5749

02.09.2014
“Когда ты выйдешь на войну против твоих врагов… и возьмешь в плен их пленников” – сила евреев победить противников святости и превратить их в святость. Связь с законом принесения первых плодов.
ספר השיחות ה’תשמ”ט פ’ תצא
http://www.chabadkensington.com










Рав Даниэль Булочник. Недельная глава Торы “Шофтим” Часть 1

25.08.2014

Рав Даниэль Булочник. Недельная глава Торы “Шофтим” Часть 2

25.08.2014












РБеерот Ицхак

Махон-Меир (Книга Берешит)

Махон-Меир (Книга Шмот)

Недельная глава Ваикра

Махон-Меир (Книга Бемидбар)

Махон-Меир (Книга Бемидбар)

Махон-Меир (Книга Дварим)

 

Недельная глава

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Недельная глава с Ашером Альтшулем. Глава…

12.03.2014

Ашер Альтшуль беседует о недельной главе Торы в cвете сегоднешней риальности.

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Глава ….

29.03.2012 Rav Moshe Chaim Levin

http://www.chabadkensington.com

בית חבד לדוברי רוסית בארהק

Недельная глава 

Rav Moshe Chaim Levin

25.12.2012г. Недельная глава Торы

11.02.2013

Занятие по недельной главе Торы проходит в нашей общине регулярно. В сезоне 2012-2013 – по вторникам, 19:40 – 21:00.

Раввин общины, Йосеф Херсонский разработал формат этого занятия:

– Мини-урок (15-20 минут) помощника раввина

– Часовое занятие раввина, в котором участникам предлагается выбрать наиболее интересующие их темы из сюжета недельной главы. В начале занятия раввин делает общий обзор главы и предлагает участникам список тем, упомянутых в главе + пояснения, каким образом эта тема актуальна сегодня. Каждый участник озвучивает 3 наиболее интересующие его темы. Рейтинг интересующих тем формирует программу занятия.

Данное занятие провел полностью помощник раввина ввиду того, что раввин был в отъезде.

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КОЛЛЕЛЬ ПРИ ИЦХАК

Официальный сайт программы “Лимуд” под руководством рава Мойше Шапиро и рава Звулуна Шварцмана

The official website of the “Limmud” under the leadership of Rabbi Moshe Shapiro and Rav Schwartzman Zebulun

Недельная глава  Rabbi Sergei Kruglyanitsa

Недельная глава Rabbi Svirsky

Недельная глава Rav Chaims Haulov

Недельная глава Торы

 

nerhashem channel

Parshat  Language : german

Unsere Kehiláh auf Mallorca – 29.08.2014

Nur wenige Feriengäste wissen, dass Mallorca eine wechselhafte jüdische Geschichte hat. Und noch erstaunlicher: Es gibt auf Mallorca eine kleine jüdische Gemeinde. Ein Bericht von Silke Fries. Sowie Parscha von Joel Berger.

“Schlepp”, “Schmier” und “Mentsch” – das Jiddische im Englischen von New York – 22.08.2014

Im amerikanischen Englisch hört man immer öfter jiddische Wörter, die über das mittelalterliche Juden-Deutsche ins Englische gewandert sind. Ein Beitrag von Kai Clement. Sowie Parascha von Rabbiner Joel Berger.

Liebe zwischen Christen und Juden – 15.08.2014

Eros und Ehe – Über die Liebe zwischen Christen und Juden in der Literatur erzählt Tobias Kühn. Sowie Parascha von Rabbiner Joel Berger.

Die jüdischen Gemeinde in Lemberg u.a. – 08.08.2014

Im ukrainischen Lemberg lebten vor dem Krieg über 150 000 Juden. Heute sind es nur noch 8 000. Pauline Tillmann hat die jüdischen Gemeinde in Lemberg besucht.

Antisemitismus in Berlin – 01.08.2014

Demonstrationen in München. Manifestationen in Berlin. Kundgebungen überall. Schade, dass Sympathie-Bekundungen für die leidenden Menschen in Gaza instrumentalisiert werden, um seinem Hass freien Lauf zu lassen. Igal Avidan über seine Beobachtungen in Berlin.
Sowie Parascha von Rabbiner Joel Berger.

Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg – 25.07.2014

Feldrabbiner im Ersten Weltkrieg. Morgen vor 100 Jahren das Attentat von Sarajevo. Ein Beitrag von Rocco Thiede. Sowie Parascha “Masse” von Rabbiner Joel Berger.

Judenfeindschaft in Deutschland – 18.07.2014

24j-latest-klMonika Schwarz-Friesel, Professorin für Linguistik an der TU in Berlin, hat festgestellt, dass sich Antisemitismus bei Gebildeten durch die Sprache entlarvt. Daniela Remus hat mit ihr und anderen Wissenschaftlern über Judenfeindlichkeit im heutigen Deutschland gesprochen. Sowie Parascha von Rabbiner Joel Berger.>Judenfeindschaft in Deutschland – 18.07.2014

Ausstellung über Synagogenarchitektur in Schwaben – 11.07.2014

In der frisch revovierten Synagoge in Augsburg-Kriegshaber findet eine Ausstellung über Synagogenarchitektur in Schwaben statt. Annemarie Ruf hat sie besucht. Sowie Parascha “Pinchas” von Rabbiner Joel Berger.

“Ohel-Jakob” – Medaille – 04.07.2014

“Ohel-Jakob” – Medaille für Hans-Jochen Vogel. Ein Beitrag von Isabelle Hartmann, sowie Parascha – Balak von Joel Berger

Vier “Gerechte unter den Völkern” aus Oberbayern – 27.06.2014

Shlomo Raskin öffnet für euch ein Fenster zu den chassidischen, spirituelle Gedanken der Geheim-Lehre der Thora, nach der Lehre vom Lubawitchen Rebbe.

Die Kabbala-Lern Abende sind für die alle offen die Änderung und sinfolles Leben wollen!

Für weitere Informationen besuchen sie unsere Website: http://www.kabbala-frankfurt.com

Rabbanim Shiurim

Rav Joseph Pardes

Rav Eran Tamir

Raw Frand zu Parschat Ki Teze 5773

Liebevolle Strenge

Parschat Ki Teze beinhaltet eines der verwirrendsten Kapitel der Torah – die Gesetze über den missratenen und rebellischen Sohn (Ben Sorer u’Moreh). Es geht um ein männliches Kind im Alter von dreizehn bis dreizehneinhalb Jahren, das sich in gefährlicher Weise daneben benimmt: Der Junge bestiehlt seine Eltern und konsumiert übermässig viel Fleisch und Wein. Die Torah verlangt eine äusserst harte Bestrafung: Die Eltern müssen den Jugendlichen vor das Bejt Din (den religiösen Gerichtshof) bringen und dieser wird ihn (nach Verwarnungen, die nichts nützten) zum Tode durch Steinigung verurteilen – der härtesten Todesstrafe, die in der Torah vorgegeben ist.

Der Talmud im Traktat Sanhedrin (Sanhedrin ist das oberste jüdische Gericht) fragt, warum die Torah so hart mit dem Ben Sorer u’Moreh umgeht – für ein Benehmen, das sicherlich nicht die Todesstrafe rechtfertigt. Die Gemara (der Talmud) antwortet, dass die Torah erkennt, wo dieser Heranwachsende hinsteuert: Er wird letztendlich seinen luxuriösen Lebensstil finanziell nicht bestreiten können und deshalb seine Mitmenschen berauben; letzten Endes wird er in Streitigkeiten hineingeraten, infolge dessen er anderen Menschen das Leben nehmen wird. Es ist besser, wenn er hingerichtet wird, solange er noch relativ unschuldig ist, statt ihn zu Diebstahl, Raub und letztlich auch Mord gelangen zu lassen, wo er sich tatsächlich der Todesstrafe schuldig macht!

Die Gemara fügt hinzu – wenigstens gemäss einer Meinung – dass die Situation des Ben Sorer u’Moreh niemals wirklich eingetreten ist und eintreten konnte. Der Grund dafür ist, dass die rechtlichen Bedingungen, die für die Exekution eines solchen Jungen notwendig sind, dermassen präzise und unwahrscheinlich sind, dass es eigentlich unmöglich ist, dass sie jemals in Erfüllung gehen können. Die Gemara rechtfertigt die Tatsache, dass ein “unmögliches” Ereignis in der Torah und im Talmud dermassen ausführlich behandelt wird, mit dem Prinzip, “komm erläutere ihre Lehren und erhalte Lohn dafür” (drosch we’kabel Sachar).

Einerseits kann dies so verstanden werden, dass aufgrund der Tatsache, dass es sich um einen Teil der Torah handelt, wir einen Lohn dafür erhalten werden, dass wir ihn lernen – unabhängig von der praktischen Anwendung dieser Gesetze. Dies geschieht auf die gleiche Weise, wie wir heutzutage die Gesetze des Tempeldienstes oder anderer Riten studieren, die wir nicht mehr imstande sind, auf praktischer Ebene umzusetzen.

Doch Rabbi Awraham Twerski erwähnt noch eine andere Facette des Ausdrucks “drosch we’kabel Sachar”. Er ist der Ansicht, dass die Torah uns hier eine Lektion erteilt, die unbedingt dargelegt werden sollte und die uns durchaus praktische Erkenntnisse einbringt. Die Torah spricht hier von einem Konzept, dass vielleicht in den letzten 15 oder 20 Jahren in Mode gekommen ist, aber vorher völlig unbekannt war. Es ist das Konzept von “liebevoller Strenge” (engl. tough love), das die Torah schon vor Jahrtausenden eingeführt hat – lange bevor jegliche Psychologen oder Sozialarbeiter diesen Begriff geprägt haben. Rabbi Awraham Twerski ist selbst praktizierender Psychiater und ist auf das Gebiet der Suchttherapie spezialisiert. Er behandelt bspw. das Problem der Drogensucht, das leider auch in unserer Umgebung nicht selten vorkommt.

Als praktizierender Psychiater, der sich damit auseinandergesetzt hat, ist er der Meinung, dass der einzige Weg, einen süchtigen Menschen zu heilen, derjenige der “liebevollen Strenge” ist. In diesem Zusammenhang müssen sich bspw. Eltern, die ein solches Kind haben, manchmal geradezu unsensibel und sogar grausam gegenüber ihrem Kind verhalten. Die Eltern dürfen ihrem Kind nicht einfach weiterhin Geld geben, damit es seine Sucht stillen kann. Wenn es bedeutet, dass ihr Kind dafür von der Polizei festgenommen werden könnte, weil es von anderen Menschen Geld stiehlt – oder dass es, in letzter Konsequenz für seine Taten, im Gefängnis landen wird – dann soll es eben so sein. Um einen süchtigen Menschen effektiv und nachhaltig zu heilen, muss man sich dem Problem auch zwangsläufig kompromisslos gegenüberstellen. Wenn die Torah über den Ben Sorer u’moreh spricht, informiert sie uns über das Prinzip der “liebevollen Strenge”.

Kein menschliches Wesen ist barmherziger als der Allbarmherzige. Wie kann also diese Torah der Barmherzigkeit, deren Wege diejenigen der Annehmlichkeit bzw. Freundlichkeit sind, den Eltern eines Kindes vorschreiben, es vor Gericht zu bringen und exekutieren zu lassen? Die Antwort ist, dass es die ultimative Barmherzigkeit ist – weil die Alternative noch viel schlimmer sein wird.

Wenn, G-tt behüte, ein Kind einen bösartigen Tumor an seinem Bein hat und die einzige Möglichkeit, ihm das Leben zu retten, darin besteht, das Bein zu amputieren, dann würden die Eltern, die das Kind zur Amputation ins Krankenhaus bringen, auch nicht als grausame, sondern als gütige Eltern angesehen werden. Genauso ist dies auch auf Eltern zu beziehen, die ihren Ben Sorer u’moreh vor Gericht bringen, um ihm seine vorgesehene Strafe (nach Verwarnungen, die nichts nützten) zuteilwerden zu lassen. Dies ist der einzige Weg – unter solchen Voraussetzungen – um ihm wenigstens seinen Anteil an der kommenden Welt (Olam Haba) zu retten. Das “drosch we’kabel Sachar” an diesem Kapitel ist, dass manchmal auch “liebevolle Strenge” zur Anwendung kommen muss.

Ich sage immer, man solle aufgrund der Ideen und Meinungen, die ich in meinem Unterricht äussere, keine Halacha paskenen (jüdische Religionsgesetze ableiten). Mit Sicherheit sollte niemand, im Kontext der Anwendung von “liebevoller Strenge” gegenüber Kindern, aufgrund einer einzigen Predigt eigenständig paskenen (richten). Doch das Konzept ist in gewissen Situationen der Kindeserziehung berechtigt – und es ist eine wesentliche Lektion, derer wir uns bewusst sein sollten, wenn wir die Gebote über den Ben Sorer u’Moreh analysieren: Manchmal ist das, was grausam erscheint, das grösste Seelenheil für ein Kind.

Der Grund für den Hass der Ammoniter und Moawiter

Die Torah lehrt, dass es einem Ammoniter und einem Moawiter verboten ist, in die “Gemeinde G-ttes” (also in das jüdische Volk) einzutreten (d.h. eine jüdische Frau zu heiraten). Sogar zehn Generation nach ihrem Übertritt zum Judentum, ist es ihnen nicht erlaubt, in eine Familie von jüdischem Ursprung einzuheiraten [Dewarim 23:4]. Ferner wird uns befohlen, niemals Frieden mit ihnen zu schliessen oder sie jegliche Fürsorge gewähren zu lassen [Dewarim 23:7]. Sie sind prinzipiell – auf allen Ebenen – vom Eintritt in das jüdische Volk ausgeschlossen.

Als nächstes lehrt die Torah: “Du sollst keinen (zum Judentum konvertierten) Edomiter hassen, denn er ist dein Bruder. Du sollst keinen (zum Judentum konvertierten) Ägypter hassen, denn du warst ein Fremder in seinem Land. Ihre Nachkommen der dritten Generation (nach dem Übertritt) mögen in die Gemeinde G-ttes eintreten.” [Dewarim 23:8-9]. Targum Jonathan fügt hinsichtlich des Verbotes, den Nachfahren eines Ammoniters oder Moawiters zu heiraten, eine sehr interessante Erklärung hinzu: Sogar wenn sie übertreten (und ihre Loyalität zum Judentum bekennen), besteht noch immer ein tiefsitzender Hass in ihren Herzen, der für immer währt.

Logischerweise, wenn wir eine Umfrage machen würden, wer eine höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, die Juden auf ewig zu hassen – die Nachfahren von Ejsaw (Edom), die Abkömmlinge der Ägypter oder die Nachkommen von Lot (Ammon und Moaw), würden die meisten nicht auf die Nachfahren von Lot setzen.
Ejsaw hat einen lange währenden Groll gegen uns, denn er ist der Ansicht, dass Ja’akow sein Erstgeburtsrecht gestohlen und den ihm gehörenden Segen erschwindelt hat. Die Ägypter sollten uns ebenfalls mit Sicherheit hassen, denn schliesslich haben wir ihr ganzes Land zerstört. Wir haben uns das mächtigste Imperium der Welt (die damalige Supermacht) vorgeknöpft und in Schutt und Asche gelegt. Alle ihre Erstgeborenen wurden getötet. Und trotzdem, nach einigen Generationen, können die Edomiter und Ägypter ihren Judenhass irgendwie überwinden. Doch den Nachfahren von Lot, dem Neffen unseres Urvaters Awraham, haben wir nie etwas angetan. Im Gegenteil: Awraham war unheimlich gütig zu Lot. Er nahm ihn auf, nahm ihn überall mit, verursachte seinen Reichtum – und rettete schliesslich sein Leben. Nach logischem Verständnis, sollten uns seine Nachkommen einen Gefallen schulden und uns lieben. Doch es sind ausgerechnet diese Völker, die uns für alle Ewigkeit hassen! Wie kommt das?

Einmal hörte ich die Antwort auf diese Frage vom Rosch Jeschiwa (Oberhaupt der Talmudschule), Raw Ja’akow Ruderman, sz”l [1901-1987], der sich dabei auf den Chatam Sofer berief. Dies ist eine fundamentale Erkenntnis über das menschliche Wesen. Der Chatam Sofer pflegte zu sagen: “Ich weiss nicht, warum diese Person mich hasst. Ich habe ihr nie einen Gefallen getan!” Einfach betrachtet, scheint es keinen Sinn zu machen. Wir würden eher die Schlussfolgerung erwarten: “Ich habe ihm niemals etwas Böses getan.”

Doch dies ist nicht, was der Chatam Sofer gesagt hat. Wenn man jemandem einen Gefallen tut, erzeugt es ein psychologisches Schuldgefühl auf Seiten des Empfängers, dass dieser seinem Gönner etwas schuldig ist. Eine gewisse Erwartung von Dankbarkeit geht damit einher – wenn auch nicht unbedingt explizit – und die meisten Menschen mögen es nicht, jemandem etwas schuldig zu sein. Je grösser der Gefallen war, umso grösser ist die Chance, dass er niemals auf angemessene Weise retourniert werden kann – was wiederum die Gefahr in sich birgt, dass der Empfänger gegenüber seinem Wohltäter ein Hassgefühl im Herzen aufbaut.

Dies ist der Unterschied zwischen Ammon und Moaw auf der einen Seite – und Edom und Mizrajim (den Ägyptern) auf der anderen. Es ist wahr, dass wir Ägypten zerstört haben, doch nach einigen Generationen ist man darüber hinweg. Der “Affront” gegenüber Edom hat sich vor 3600 Jahren ereignet. Ejsaw hat sich seitdem erfolgreich aufgerichtet – und kann darüber hinwegschauen. Doch Lot hat eingesehen, dass Awraham sein Leben gerettet hat. Ohne seinen Onkel würde es ihn gar nicht mehr geben. Diese Schuld in Form von Dankbarkeit, die niemals zurückgegeben werden konnte, war psychologisch nur so zu verarbeiten, indem der Gefallen “abgelehnt” und der Wohltäter in letzter Konsequenz gehasst wurde. Dieser Hass von Lot gegenüber Awraham, wurde über seine Töchter an die Völker von Ammon und Moaw weitergegeben – und es ist ein Hass, der für die Ewigkeit bestimmt ist.

 

Rav Frand, Copyright © 2013 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum und auflearn@torah.org, sowie www.torah.org.

Parachat PARSCHAT PARSCHAT Shoftim 5774 Rav Schlomo Aviner

Raw Frand zu Parschat Schoftim 5773

Anstiftung zum Götzendienst ist schlimmer als die Handlung selbst

Im Altertum pflegten Götzendiener einen Baum namens Aschera zu pflanzen, den sie für allerlei rituellen Kult verwendeten. Die Torah lehrt uns zu Beginn dieses Wochenabschnitts: “Pflanze dir keinen Hain [hebr. Aschera], überhaupt keinen Baum neben dem Altar des Ewigen, deines G-ttes, den du dir errichten sollst. Und du sollst dir keinen Opferstein [hebr. Mazewa] aufrichten, den der Ewige, dein G-tt, hasst.” [Dewarim 16:21-22]

Raschi weist darauf hin, dass uns befohlen wird, einen Altar aus mehreren Steinen und einen Altar aus Erde (gefüllt mit Erde) zu machen – doch ein Altar aus einem einzigen Stein (Mazewa) gehörte zum Ritual der Kena’aniter und war daher verhasst in den Augen des Allmächtigen. Raschi fährt fort: “Obwohl die Mazewa zu Zeiten der Stammväter von Ihm [G-tt] geliebt wurde, ist sie jetzt verhasst geworden, weil sie zum Bestandteil heidnischer Rituale wurde.”

Der Ramban (Nachmanides) wundert sich über Raschi und schreibt in seinem Kommentar, er könne diese Erklärung nicht verstehen, denn schliesslich machten die Kena’aniter bei ihren heidnischen Ritualen sowohl Gebrauch von der Mazewa (einem Altar aus einem einzigen Stein), als auch vom Misbeach (einem Altar aus mehreren Steinen). Er zitiert zum Beweis seiner Aussage den Vers: “Und reisset ihre Altäre [aus mehreren Steinen] nieder und zertrümmert ihre Opfersteine [aus einem einzigen Stein], und ihre Haine [Aschera-Bäume] verbrennet durch Feuer…” [Dewarim 12:3]. Der Ramban hat daher eine andere Erklärung dafür: Er ist der Ansicht, dass die Heiden innerhalb ihrer Tempel Altäre aus mehreren Steinen hatten, auf denen sie Opfer für ihre verschiedenen Götter darbrachten. Ausserdem hatten sie einen einzigen, grossen Stein am Eingang des Tempels, auf dem ihre Priester standen – und ganz in der Nähe pflanzten sie einen riesigen Baum, um den Weg zum heidnischen Tempel zu weisen.

Wir müssen uns vor Augen halten, dass es zu dieser Zeit noch keine Plakatwände, Neonschilder und Helium-Ballons gab. Auf welche Art wies man also Menschen den Weg, wie sie zu einem Hause des Götzendienstes gelangen konnten? Man stellte eine Mazewa auf und pflanzte einen speziellen, grossen Aschera-Baum am Eingang der Tempel – das Markenzeichen heidnischer Tempel. Aus diesem Grunde verbat G-tt, dem Götzendienst zuwider ist, die Mazewa und Aschera und erlaubte ausschliesslich den Misbeach, der für die Opfergaben notwendig ist.

Das Sefer Ikwej Erew stellt genau dieselben Fragen zum Ramban, wie der Ramban zu Raschi stellt: Er wundert sich, inwieweit der Ramban die Problematik klärt, denn nach wie vor verstehen wir nicht den Unterschied zwischen Misbeach und Mazewa. Warum hat G-tt ersteres erlaubt und letzteres verboten? Im Gegenteil: Gemäss dem Ramban, war der Misbeach INNERHALB des heidnischen Tempels und die Mazewa war AUSSERHALB. Der Misbeach war der Altar, auf dem sie ihre eigentlichen Opfer darbrachten. Die Mazewa hingegen wurde nur als Plattform benutzt, auf der die Priester zu stehen pflegten. Es würde daher wohl mehr Sinn machen, den Misbeach zu verbieten und die Mazewa zu erlauben!

Aus diesem Grund kommt der Ikwej Erew auf ein sehr interessantes Konzept: Die Aschera und die Mazewa, die ausserhalb des Götzentempels standen, waren SCHLIMMER als der Misbeach, der drinnen stand. Er zitiert das Gebot des Mejssit (hebr. Hetzer, Anstifter), der die Menschen zum Götzendienst anzustiften versucht [Dewarim 13:7-12]. Der Tatbestand, einen jüdischen Mitmenschen zum Götzendienst zu verführen, ist das schlimmste Verbrechen, das ein Jude begehen kann. Die Torah verbietet es, jegliches Mitleid gegenüber dem “Anstifter” zu haben. Die Prozeduren des jüdischen Religionsgesetzes, die sich auf die Strafverfolgung des Anstifters beziehen, beinhalten Anweisungen zur Schliessung jeglicher rechtlicher Schlupflöcher, die es beim Verfahren der Strafverfolgung aller anderen Sünden gibt. Dies bedeutet, dass die Strafverfolgung des Anstifters die strengste in unserer Religion ist.

Es gibt sogar ein beispielloses Gesetz, das es erlaubt, einem verdächtigten Anstifter eine Falle zu stellen. Es empfiehlt, Zeugen hinter einem Zaun zu verstecken und den Anstifter darum zu bitten, seine Worte der Empfehlung hinsichtlich des Götzendienstes zu wiederholen – woraufhin die Zeugen herausspringen und ihn aller einschlägigen Verbrechen bezichtigen!

Wir lernen also aus dem Konzept des Mejssit, dass es schlimmer ist, Menschen vom richtigen Weg abzubringen und sie zum Götzendienst zu verleiten, als den Götzendienst selbst zu verrichten. Die Todesstrafe für Götzendienst lautet Sajif (Tod durch das Schwert), wohingegen die Strafe für Anstiftung zum Götzendienst Skila (Steinigung) lautet, was die härteste Form der Todesstrafe darstellt.

Wenn dies der Fall ist, können wir jetzt verstehen, warum der Misbeach (der für die rituellen Handlungen des Götzendienstes an sich verwendet wurde) nicht für den G-ttesdienst (im jüdischen Tempel) verboten worden ist, wohingegen die Aschera und die Mazewa, die zur Anlockung von Menschen zu heidnischen Tempeln dienten, von G-tt verabscheut und für immer vom jüdischen G-ttesdienst verbannt worden sind.

Nationale Tragödie verdrängt persönlichen Verlust

Der Wochenabschnitt Schoftim (Richter) beinhaltet eine Wiederholung der Gebote bezüglich der “Städte der Zuflucht”. Wenn jemand einen Menschen unabsichtlich (be’Schogeg) tötet, hat der nächste Verwandte bzw. Angehörige des Opfers das Recht, Vergeltung zu nehmen und diesen “unabsichtlichen Mörder” umzubringen – sofern dieser nicht in die Stadt der Zuflucht (Ir Miklat) flieht, wo es dem “Bluträcher” (Goel Ha’Dam) verboten ist, ihn zu belangen. Der unabsichtliche Mörder muss bis zum Tode des Hohepriesters (Kohen Gadol) in dieser “Zufluchtsstadt” bleiben [Bamidbar 35:28]. Sobald der Hohepriester stirbt, steht es dem unabsichtlichen Mörder frei, die Zufluchtsstadt zu verlassen – und der Bluträcher darf ihn nicht mehr anrühren.

Der Rambam (Maimonides) diskutiert diese Gesetze in seinem Buch Moreh Newuchim (Führer der Unschlüssigen). Nach seiner Auffassung ist es verständlich, dass wenn der Hohepriester noch fünfzig oder sechzig Jahre nach diesem Vorfall weiterlebt, der Bluträcher genügend Zeit gehabt hat, sich “abzukühlen” und nicht mehr so aufgebracht sein wird, wenn er die Person frei herumlaufen sieht, die für die Tötung seines Bruders (bspw.) verantwortlich ist. Doch der Rambam fragt, was passiert, wenn der Hohepriester nur eine Woche oder einen Monat nach dem Tod des Bruders dieses Bluträchers verstirbt. Wie und warum sollte der Tod des Hohepriesters die verständliche Wut des Goel Ha’Dam beeinflussen? Wir haben ein Prinzip, dass ein Toter in den ersten zwölf Monaten nach seinem Ableben nicht vergessen wird – zumal wir in dieser
Zeit auch täglich das Kaddisch der Waisen (Heiligungsgebet, das von den Waisen zugunsten des Toten gesprochen wird) sagen. Daher sollte doch vielleicht über den unabsichtlichen Mörder eine Minimalstrafe von ZWÖLF MONATEN Aufenthalt in der Zufluchtsstadt verhängt werden!

Der Rambam erklärt, dass der Hohepriester die meist geehrte und geliebte Person des ganzen Volkes war. Sein Tod war eine nationale Tragödie auf höchster Ebene. Es ist die menschliche Natur, schreibt der Rambam, dass das Eintreten einer “grösseren” Tragödie die psychologische Auswirkung “kleinerer” Tragödien verdrängt. Zum Beispiel, nehme man an, dass jemandem am 8. August das Getriebe seines Wagens kaputtgeht. Er wird verärgert sein. Es wird ihn eine Menge Geld kosten. Er ist wütend, usw. Wenn er am nächsten Tag in den Nachrichten von einer grossen Naturkatastrophe erfährt, die hunderte Tote und tausende Obdachlose gefordert hat, dann wird er im Hinblick auf seinen Getriebeschaden nicht mehr so gereizt sein. Nationale Tragödien rücken persönliche Probleme in ein anderes Licht!

Die nationale Tragödie des Verlustes einer der ehrwürdigsten und beliebtesten Söhne der Nation, wofür alle Menschen gleichsam in Trauer verfallen, wird die Tragödie des unbeabsichtigten Todes eines Angehörigen des Goel Ha’Dam in die richtige Perspektive rücken – sodass er fortan auch damit klarkommen wird, den unbeabsichtigten Mörder als freien Mann herumlaufen zu sehen. Die persönliche Tragödie wird unbedeutsam (batel) im Angesicht der nationalen Tragödie des jüdischen Volkes.

So sollte es sein. Wenn Klal Jisrael (die Allgemeinheit Israels) eine Tragödie erleidet, sollten unsere persönliche Probleme unbedeutend erscheinen. Wie viele von uns können wahrlich sagen, dass wir auf diese Weise auf Tragödien reagieren, die das jüdische Volk ereilen? Beklagen wir uns noch immer über unsere belanglosen Probleme, wenn wir über weitaus grössere Herausforderungen hören und lesen, die unsere jüdischen Mitmenschen in Erez Jisrael (im Lande Israel) oder anderswo auf die Probe stellen?

Dies ist die moralische Botschaft (Mussar Haskel) in diesem Abschnitt des Moreh Newuchim über die Gebote bezüglich der Zufluchtsstädte und der Rolle des Todes des Kohen Gadol bei der Freilassung des zum Exil in der Zufluchtsstadt verurteilten, unabsichtlichen Mörders. Wenn Klal Jisrael von einer nationalen Tragödie überschattet wird, sollten alle persönlichen Belange verblassen, angesichts unserer Sorgen über Angelegenheiten von nationaler Wichtigkeit.

 

Rav Frand, Copyright © 2013 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema’an Achai / Jüfo-Zentrum und auf learn@torah.org, sowie www.torah.org.

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